Über 90.000 mal pro Monat wird im deutschsprachigen Raum nach den Begriffen „Bewerbungsschreiben“,  „Bewerbungsschreiben Muster“ und „Bewerbungsschreiben Vorlage“ im Internet gesucht.

Es ist einfach sehr verlockend ein paar fertige Sätze zu kopieren, anstatt sich den Kopf nach eigenen Formulierungen zu zermartern.

Zauberspruch fürs Bewerbungsschreiben

Wahrscheinlich glauben viele Leute an die Existenz von Zaubersprüchen, die unsichtbar zwischen den Zeilen stehen, um „simsalabim“ jeden Empfänger des Bewerbungsschreibens zu verzaubern und willenlos zu machen.

Sind Sie auch der Meinung, dass ein Bewerbungsschreiben trotz abgedroschener Worthülsen jeden Personalchef beeindruckt und seinen Ansprüchen genügen muss?

Stopp. Lesen Sie nicht weiter.

Suchen Sie wo anders nach diesen sagenhaften Vorlagen und Musterbeispielen und reihen sich ein, in die Warteschlange der ewig abgelehnten Jobkandidaten.

Der beste, professionelle Lebenslauf (link zu Vorlagen) nutzt Ihnen nichts, wenn Sie bereits am Anfang des Bewerbungsprozesses aufgrund Ihres Anschreibens ausgeschieden werden.

Aber halt, es gibt einen erfolgversprechenden Weg.
Sogar einen sehr erfolgversprechend!

Die Lösung ist so einfach wie nahe liegend, aber leider kein Time-Saver und auch keine bequeme Abkürzung.

Mehr dazu und eine Schritt für Schritt Anleitung erfahren Sie in diesem Blog-Artikel.

Erfolgreich bewerben – so geht´s

Wenn Sie sich bemühen, jedes Bewerbungsschreiben persönlich zu formulieren und eine authentische Note verleihen, dann werden Sie sehr schnell merken, dass Sie vermehrt zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden.

Zusätzlich lassen Sie dadurch auch viele Ihrer Mitbewerber hinter sich.

Das Bewerbungsschreiben ist nach wie vor für den Personalchefs oder Recruiter ein sehr wichtiger Bestandteil der Bewerbungsunterlagen, um eine erste Einschätzung über den Bewerber abgeben zu können.

Das ist nicht Faulheit oder Überheblichkeit, sondern zwingend notwendig um die Menge der Bewerbungen auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Laut einer wissenschaftlichen Studie der Universität Bamberg (link)  gehen acht von zehn Unternehmen davon aus, dass sich Kandidaten durch ihr Anschreiben positiv von anderen Kandidaten abgrenzen können.

So viel Aufwand ist für ein professionelles Bewerbungsschreiben notwendig

Auch wenn manche Quellen das Gegenteil behaupten, ist es ein großer Fehler dem Bewerbungsschreiben nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

Denn man kann nie wissen, welche Personen Ihre Bewerbungsunterlagen in den Händen halten werden.

Vor allem Männer in technischen Berufen neigen dazu, den Bewerbungstext extrem kurz zu halten, da ja alle wesentlichen Punkte sowieso im Lebenslauf aufgeführt sind. Die Tatsache, dass man sich um eine offene Stelle bewirbt geht ja immerhin aus der schlüssigen Handlung hervor 😊

„Hallo, hiermit bewerbe ich mich für die offene Stelle“ sollte doch reichen, oder nicht?

Das ist aber ein gefährlicher Trugschluss und führt unweigerlich dazu, dass man bei einer großen Zahl an Mitbewerbern sofort aus dem Bewerbungsprozess ausgeschieden wird.

Der Weg zum Vorstellungsgespräch führt über die Bewerbungsunterlagen

Es ist völlig klar: Einen Ratschlag zu geben, ist sehr einfach.
Einen Ratschlag zu befolgen, ist oft sehr schwierig.

Aber zum Vorstellungsgespräch führt kein anderer Weg als über Ihr Bewerbungsschreiben und Ihren Lebenslauf.

Die Mühe, die man dafür aufwenden muss, ist exakt der Grund warum auch heute noch ein großer Wert auf das Bewerbungsschreiben gelegt wird!

Der Empfänger erwartet sich, dass man am Inhalt und am Umfang des Bewerbungsschreibens erkennt, wie viel Aufwand und Motivation in die Formulierung des Anschreibens geflossen ist.

Man möchte sehen, dass der Bewerber den Job tatsächlich haben möchte und am Unternehmen wirklich interessiert ist.

Bei einer großen Anzahl an gleich qualifizierten Bewerbern ist es logisch, sich jene Leute heraussuchen die am Motiviertesten sind.

  • Kein Personalchef möchte im Anschreiben mit Textbausteinen und fertigen Formulieren angesprochen werden.
  • Kein Unternehmen sucht Mitarbeiter, die für ihre Bewerbung nur den minimalsten Aufwand investieren.

 

Viele HR-Manager sind der Meinung:
„Wer sich bei der Bewerbung keine Mühe gibt, wird sich auch im Job nicht sehr bemühen.“

Riesenfehler: Keine positive Überraschung

Dennoch manchen es acht von zehn Bewerbern genau so, indem sie alle die gleichen Phrasen und Floskeln für Ihr Bewerbungsanschreiben verwenden!

Stellen Sie sich folgenden Vergleich vor:
Sie gehen in ein gut besuchtes Lokal und fragen dort jede Person die Ihnen gefällt, folgende Frage: „Ich möchte Sie kennen lernen. Darf ich sie auf einen Drink einladen?“

Wahrscheinlich werden Sie nicht viele positive Antworten bekommen. Viele Personen werden sich über die unpersönliche Ansprache beschweren oder wortlos wegdrehen. Obwohl Ihr Angebot inhaltlich nicht falsch ist.

Manche antworten Ihnen vielleicht, dass Sie diese Floskel schon sehr, sehr oft gehört haben.

Mit Glück kann es vorkommen, dass jemand keinen Wert auf Ihre Formulierung legt und froh ist, von angesprochen zu werden.

Dennoch sind Worthülsen und abgedroschene Formulierungen bei jeder Art des Kennenlernens so gut wie immer der falsche Ansatz, um als interessante Person wahrgenommen zu werden.
Immer.

Bei jeder Art des Kennenlernens – also auch bei einer Bewerbung – erzielt man mit Glaubwürdigkeit und persönlicher Ansprache ein wesentlich besseres Echo und größeren Erfolg.

Selbst dann, wenn nicht alle Parameter sofort für Sie sprechen.

Obwohl das oben gezeigte Beispiel sehr einleuchtend ist, können viele Bewerber der Versuchung nicht widerstehen, die immer gleichen Textvorlagen für alle ihre Bewerbungsschreiben zu verwenden.

Nutzen Sie das Versäumnis für Ihren Vorteil

Heben Sie sich mit Ihren Bewerbungsunterlagen deutlich von Ihrer Konkurrenz ab!

Sie werden erstaunt sein, wie oft zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Natürlich immer vorausgesetzt, dass Sie den Anforderungen der Job-Beschreibung auch entsprechen.

Wecken Sie das Interesse an Ihren Fähigkeiten und an Ihrer Persönlichkeit.

Wenn es Ihnen gelingt den Inhalt Ihres Bewerbungsschreibens für jede einzelne Bewerbung mit Details zur Firma und zur angestrebten Tätigkeit optimal anzupassen, dann können Sie darauf aufbauen und Abwandlungen des Textes als Grundlage für alle Ihre Bewerbungen verwenden.

Selbstverständlich werden aus den oben genannten Gründen in dieser Anleitung keine Textbausteine oder Phrasen angeführt. Vielmehr zählen wir alle wichtigen Schritte auf, die als Leitfaden für Ihren persönliches, selbst formuliertes Bewerbungsschreiben dienen.

Aufbau des Bewerbungsschreiben

Beginnen Sie mit einer Rohfassung und verfeinern Sie die Details, sobald Sie alle Schritte umgesetzt haben.
Verbessern und verfeinern Sie diesen Vorgang immer wieder, bis Sie das optimale Anschreiben entworfen haben.
Passen Sie Ihr Anschreiben immer an die jeweilige Jobanzeige an.

Schritt 1: WER bewirbt sich WO?

Beginnen Sie mit dem Firmennamen und der Firmenadresse als linksbündiger Block.

Fügen Sie darunter Ihren Namen und Ihre vollständige Adresse sowie Ihre Email Adresse und EINE Telefonnummer ein.
Falls Sie über mehre Telefonnummern oder Telefonanschlüsse verfügen, geben Sie nur eine einzige Telefonnummer an, unter der Sie am besten zu erreichen sind.
Niemand möchte mehrere Nummern durchrufen müssen, um Sie telefonisch erreichen zu können.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Beitrag „Angabe der Telefonnummer im Lebenslauf“.

Fügen Sie eine persönliche Anrede ein, falls in der Jobanzeige ein Ansprechperson angegeben ist. Eventuell können auch auf der Webseite im Bereich HR oder Jobs den Namen der zuständigen Person herausfinden. Nur falls keine persönliche Anrede möglich ist, verwenden Sie die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Schritt 2: WOFÜR bewerben Sie sich?

Schreiben Sie für welchen Job Sie sich bewerben. Kling logisch, wir aber oft vergessen.
Führen Sie den Job-Titel, den „Fundort“ der Anzeige und eine eventuell vorhandene  Anzeige-Referenz-ID. Das hilft der Personalabteilung oder dem Recruiter den Erfolg der Jobanzeige zu messen und die verschiedenen Job-Plattformen vergleichen zu können. Sie erleichtern ihnen damit die Arbeit und vermeiden einen Minuspunkt, den Sie bei fehlender Angabe bekommen würden.

Schritt 3: WAS hat Ihr Interesse geweckt?

Vermeiden Sie Floskeln wie „mit großem Interesse habe ich die Anzeige gelesen“ oder „ich suche nach neuen Herausforderungen“ und ähnliche Formulierungen.

Unglaublich viele Bewerbungen enthalten solche abgedroschenen Phrasen. Damit können Sie sich mit Ihrem Bewerbungsschreiben auf keinen Fall von Ihren Mitbewerbern unterscheiden.

Erklären Sie in wenigen Sätzen, welche Inhalte der Anzeige Ihr Interesse geweckt haben. Führen Sie an, für welche Aufgaben Sie sich als besonders geeignet einschätzen.

Halten Sie sich bei Ihren Bewerbungen sowohl im Anschreiben als auch bei allen weiteren Phasen Ihrer Bewerbung immer vor Augen, dass bei JEDER Jobausschreibung nach der am besten geeigneten Person gesucht wird, die in der Lage ist die Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit zu erledigen.

Das bedeutet nicht, dass nur die Besten der Besten eine Chance auf eine Anstellung haben!

Vielmehr müssen Sie in jeder Phase Ihrer Bewerbung überzeugen, dass Sie alle mit dem Jobprofil verbunden Aufgaben bewältigen können.

 

Schritt 4: WIESO sind Sie interessiert?

Recherchieren Sie auf der Webseite des Unternehmens alle Informationen, die Sie über das Unternehmen finden können. Googeln Sie nach Presseaussendungen und zusätzlichen Informationen, um sich ein besseres Bild über das Unternehmen machen zu können.

Erklären Sie, was Ihnen am Unternehmen besonders gefällt.
Knüpfen Sie dabei an Aussagen an, die Sie auf der Webseite gefunden haben.

Bleiben Sie in Ihren Argumenten sachlich und vermeiden Sie unprofessionelle Aussagen wie zum Beispiel „ich wohne nicht weit weg von ihrem Standort“ oder „dort kann man in der Mittagspause gut einkaufen gehen“ oder „die Schule meiner Kinder ist der Nähe“ und ähnliche Argument, die für Sie vielleicht ausschlaggebend sind, aber für das Unternehmen keine tatsächliche Motivation darstellen.

Step 5: Wecken Sie das Interesse an Ihren Erfahrungen und Fähigkeiten

Erklären Sie in ein paar Sätzen, warum Sie der ideale Kandidat für den Job UND für das Unternehmen sind.
Beides ist wichtig!

Vermeiden Sie lange Schachtelsätze und die Nacherzählung ihres Lebenslaufes, sondern erwähnen Sie jene Punkte Ihre Ausbildung, Berufserfahrung und besonderen Fähigkeiten die zum zukünftigen Job passen.

Übertreiben Sie nicht und bleiben Sie realistisch.
Superlative machen jeden Leser misstrauisch. Es klingt unglaubwürdig, wenn sich der beste, motivierteste und teamfähigste Superstar um einen „normalen“ Job bewirbt.
Die Kunst liegt darin, die eigenen Fähigkeiten im richtigen Licht erscheinen zu lassen.

„Kreativer, motivierter und belastbarer Teamplayer“ ist eine sehr beliebt Floskel, die in vielen Bewerbungsschreiben vorkommt. Solche Angaben machen nur Sinn, wenn Sie diese Aussage mit Beispielen aus früheren Tätigkeiten belegen können.

Vergessen Sie nicht, jede Bewerbung ist ein Langstreckenlauf und mit Ihrer Bewerbung möchten Sie eine Starterlaubnis herhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Vieles, was Sie im Bewerbungsschreiben und im Lebenslauf erwähnen, werden Sie sehr wahrscheinlich später in den persönlichen Gesprächen detailliert gefragt werden.

Vermeiden Sie den Konjunktiv wie zum Beispiel „ich würde“, „ich könnte“, „ich möchte“ und ähnliche Formulierungen.
Das mag freundlich oder höflich klingen, wirkt aber sehr zögerlich.

Formulieren Sie Ihre Sätze selbstbewusst und überzeugend mit „ich werde“, ich kann“, „ich will“ und „ich freu mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch“ anstatt „ich würde mich freuen…“.

Step 6: Beantworten Sie alle Fragen

Beantworten Sie alle Fragen, die in der Jobanzeige angeführt sind, wie zum Beispiel ihre Gehaltsvorstellung und ähnliche Fragen.

Fragen in Jobanzeigen dienen generell dazu, die Menge der Bewerbungen nach bestimmten Vorgaben vorab eingrenzen zu können. Wenn Sie diese Fragen ignorieren, dann widersetzen Sie sich den Vorgaben und riskieren aus dem Bewerbungsprozess ausgeschieden zu werden.

Step 7: Bewerbungsschreiben abschließen

In Summe sollte Ihr Bewerbungsschreiben auf keinen Fall länger als eine A4 Seite sein.

Circa ein Viertel bis ein Drittel der Seite ist für die Anschrift des Unternehmens, für die eigene Anschrift und für die persönliche Andere vorgesehen.

Lesen Sie das Bewerbungsschreiben mehrmals durch und achten Sie auf Tippfehler und verständliche Formulierungen.
Überprüfen Sie die exakte Schreibweise des Unternehmens und den Namen des Ansprechpartners.

Ein Tippfehler in diesem Bereich wird als grobe Schlampigkeit eingestuft.

Geben Sie zum Abschluss Ihr Bewerbungsschreiben und Ihren Lebenslauf mehreren Personen Ihres Vertrauens, um eventuelle Tippfehler zu korrigieren und den Text auf Verständlichkeit zu prüfen, bevor Sie die Bewerbungsunterlagen versenden.

Ein optischer Hingucker ist ihre handschriftliche Unterschrift als Abschluss des Bewerbungsschreibens.

Diese ist zwar nicht zwingend erforderlich, weil ein Scan bzw. eine Abbildung einer Unterschrift nicht mit einer digitalen Unterschrift gleichzusetzen ist, dennoch macht eine Unterschrift einen besonders professionellen Eindruck.

Scannen oder fotografieren Sie Ihre Unterschrift von einem weißen Blatt Papier. Bearbeiten Sie das Bild in einer Bildbearbeitungssoftware und stellen Sie Kontrast und Helligkeit so ein, dass Sie einen absolut weißen Hintergrund erhalten. Abschließend beschneiden und skalieren Sie das Bild, damit Sie es in Ihr Bewerbungsschreiben einfügen können.

Fertig ist Ihr perfektes Bewerbungsschreiben.

Schicken Sie im Anhang zum Bewerbungsschreiben Ihren Lebenslauf mit, aber keine Dienstzeugnisse.

Diese werden bei Interesse gesondert nachgefragt und sind beim ersten Schritt der Bewerbung noch nicht notwendig und auch nicht erwünscht.

Bleiben Sie am Ball

Jede Bewerbung ist ein Langstreckenlauf über eine unbekannte Distanz mit einer unbekannten Anzahl an Teilnehmern.

Mit Ihrem Bewerbungsschreiben bitten Sie um Ihre Starterlaubnis für diesen Langstreckenlauf. Erst später beim Vorstellungsgespräch können Sie Ihre Stärken persönlich ausspielen.

Lesen Sie sich vor dem Gespräch Ihren Lebenslauf und Ihr Bewerbungsschreiben nochmals durch, um sich an alle Details zu erinnern und alle Fragen beantworten zu können.

Weiterführende Artikeln

Tipps um Ihren beruflichen Werdegang im Lebenslauf optimal darzustellen ( link )

Ein wirklich gut formulierter Beitrag 8 Tipps um bei Startups zu Punkten ( link )

 

Bewerten Sie Ihre Hard Skills und Soft Skills objektiv

Neben dem beruflichen Werdegang sind die Hard Skills und Soft Skills bzw. die beruflichen und sozialen Fähigkeiten und Eigenschaften die wichtigsten Angaben, die in keinem professionellen Lebenslauf fehlen sollten.

Die eigene Bewertung der persönlichen Skills ist eine Herausforderung, bei der vielen Leuten buchstäblich die Pferde durchgehen.
In keinem anderen Bereich der Bewerbungsunterlagen wird so viel übertrieben und gelogen!

Bitte versuchen Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse unbedingt objektiv und ehrlich zu bewerten, denn durchgängige Höchstwertungen klingen unglaubwürdig und machen den Leser misstrauisch. Es ist seltsam, wenn sich ein perfekter Supermann bzw. Supergirl für einen normalen Job bewirbt.

Außerdem setzen Sie sich der Gefahr aus, dass Sie für alle Höchstwertungen Beispiele aus Ihren früheren Jobs nennen müssen.

Fremdsprachen Kenntnisse im Lebenslauf bewerten

In der Kategorie „Hard Skills“ werden im Lebenslauf Ihr professionelles Know-how wie z.B. Fremdsprachen- Kenntnisse oder Software-Anwender Kenntnisse angegeben.

Die Einstufung bei Fremdsprachen ist durch den Europäischen Referenzrahmen in Niveaustufen von A1, A2, B1, B2, C1 und C2 eindeutig geregelt. Wer eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, kennt auch seine Niveaustufe im Referenzrahmen.

Lebenslauf Detailansicht der Hard und Soft Skills

Lebenslauf Detailansicht der Hard und Soft Skills

 

Die Angabe „Muttersprache“ lässt keine andere Interpretation als „perfekte mündliche Kenntnisse“ zu. Dass muss aber nicht gleichzeitig „perfekte Rechtschreibkenntnisse“ bedeuten.

Profi Tipp: Geben Sie bei Niveau „Muttersprache“ daher immer „in Wort und Schrift“ an, falls das auf Ihre tatsächlichen Kenntnisse zutrifft.

Hohes Interesse erzeugt das sehr, sehr oft verwendete Wort „verhandlungssicher“.
Verhandeln bedeutet den Gesprächspartnern nicht nur zu verstehen, sondern auch korrekt zu deuten.

Bei Verhandlungen zählt nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch wie es gesagt wurde.

Wer „verhandlungssicher“ angibt, muss diese feinen Nuancen kennen und in der Fremdsprache sattelfest kommunizieren können!

Fremdsprachen die man früher gelernt hat aber nicht mehr entsprechend der Niveaustufe beherrscht, sollten nicht angeführt werden. Man würde bei jedem kleinen Test scheitern und sich gleichzeitig der Frage aussetzen, wieso man die Sprachkenntnisse nicht gepflegt hat.

Profi Tipp: Bleiben Sie bei den Sprachkenntnissen realistisch und übertreiben Sie nicht.
Falls eine bestimmte Sprache für Ihren neuen Job absolut notwendig ist, werden Ihre Kenntnisse sehr wahrscheinlich zusätzlich geprüft.

Minenfeld Knowhow Software-Kenntnisse

Ansicht Lebenslauf Vorlage mit Hard und Soft Skills

Ansicht Lebenslauf Vorlage Anton mit Hard Skills im Footer

Führen Sie in Ihrem Lebenslauf nur jene Softwarebezeichnungen inklusive Versionsnummer an, die Sie tatsächlich regelmäßig verwendet haben und auch gut beherrschen.

Lange zurückliegende Software-Produkte oder alte Versionen, die schon längst vom Markt genommen wurden machen in der Aufzählung nur dann Sinn, wenn in der Job-Anzeige extra darauf hingewiesen wurde.

Auch eine Versions-Historie welche Versionen Sie wann verwendet haben, ist im Lebenslauf unnötig.
Niemand interessiert sich heute zum Beispiel für Kenntnisse von Word95,

Bei den Software Anwender-Kenntnissen beurteilen sich ein Großteil der Bewerber viel zu hoch, weil sie den gesamten Funktionsumfang der Software nicht kennen.

Auch bei sehr gängigen Softwarelösungen wie MS-Office werden von den Kandidaten regelmäßig die höchsten Bewertungsstufen angegeben.

Profi-Tipp: Die höchste Bewertungsstufe bedeutet, dass man zum Beispiel in Excel Folgendes beherrscht:

  • Sicherer Umgang mit Pivot-Tabellen
  • unterschiedliche Daten aus verschiedensten Datenquellen importieren-, formatieren und automatisch verarbeiten
  • für wiederkehrende Aufgaben selbst programmierte Makros einsetzen.

Falls die genannten Begriffe im Zusammenhang mit Excel weitgehend unbekannt sind, entsteht der Eindruck, dass der Bewerber wenig Ahnung hat oder im Zweifelsfall übertreibt oder die Unwahrheit sagt.

Bewerten Sie daher Ihre Hard-Skills nur dann mit der Höchstwertung, wenn Sie sicher sind, dass Sie auch bei Detailfragen bestehen können.

Für die verschiedenen Niveaustufen bei der Anwendung von Software gibt es keine offizielle Einordung.

Folgende Einstufungen sind aber gängig:

  • Einsteiger – Grundkenntnisse und fallweise Anwendung der Software
  • Fortgeschritten – Gute Kenntnisse und regelmäßige Anwendung der Software
  • Experte – Sehr gute Kenntnisse und hauptsächliche Anwendung der Software
  • Administrator und/oder Superuser: Ausgezeichnete Kenntnisse und verantwortlich für den Betrieb der Software

Die Niveaustufe „Superuser“ gilt für jene Personen, die aufgrund ihrer Erfahrung und besonderen Detailkenntnisse für alle Mitarbeiter im Unternehmen als Anlaufstelle bei schwierigen Aufgabenstellungen und komplizierten Problemlösungen zur Verfügung stehen.

Führen Sie zusätzlich zu den Hard-Skills alle erworbenen Kurse, Trainings und Zertifikate als Beleg Ihrer Kenntnisse an.

Die Soft-Skills selbst bewerten

Bei den Soft-Skills bzw. persönlichen Eigenschaften gilt ebenso die Vorsicht vor Übertreibungen.

Profi-Tipp: Die Hard und Soft Skills im Lebenslauf sollten unbedingt für jede einzelne Bewerbung sorgfältig angepasst werden!

Überlegen Sie welche Eigenschaften für den zukünftigen Job vorausgesetzt werden oder von Vorteil sind und ergänzen Sie die Aufzählung um allgemeine, positive Eigenschaften.

Vorsicht: Auch wenn viele Eigenschaften nur mit einem hohen Maß an Selbstreflexion zu beurteilen sind, so ist eine durchgängige Höchstwertung nicht sehr glaubwürdig.

Professionelle Lebenslauf Vorlage "Maria", erste und zweite Seite des Lebenslauf DesignWie wirkt jemand auf Sie, der sich bei Soft Skills wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Teamgeist, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw… jeweils mit der Höchstwertung beschreibt?

Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie zu jeder Eigenschaft ein Beispiel nennen können, wenn Sie später im Bewerbungsgespräch danach gefragt werden.

Profi Tipp: Bewerten Sie in paar Ihrer Soft Skills etwas geringer und überlegen Sie sich eine schlüssige Begründung, wieso Sie sich nicht mit der vollen Punktezahl bewertet haben.

Eine überlegte und ausgewogene Soft-Skills Bewertung wirkt authentisch und macht Sie sympathisch und glaubwürdig!

Bei folgenden Soft-Skills bzw. Eigenschaften sind hohe Bewertungen sinnvoll:

Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Motivation, Interesse, Umsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw.

Die Soft-Skills können völlig frei ausgewählt werden. Wie schon erwähnt macht es daher Sinn, die Aufzählung für jede einzelne Bewerbung anzupassen.

Nachfolgend eine Liste von Eigenschaften, bei denen man argumentieren kann, wieso man sich nicht mit der Höchstpunktezahl bewertet und trotzdem sehr wahrscheinlich nicht aus dem Bewerbungsprozess hinausfällt.

Kommunikationstalent, Kreativität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Social Media Know-how, Organisationstalent, Kompromissbereitschaft, Überzeugungskraft, Stressresistenz, Geduld, analytisches Denkvermögen, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfreude, Urteilsvermögen… usw.

Abschließend nochmals der Ratschlag bei den Skills unbedingt objektiv zu bleiben und nicht einen „übermenschlichen“ Eindruck zu hinterlassen.

In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, im Bewerbungsschreiben auf ein paar Hard und Soft Skills hinzuweisen.

Einen interessanten Artikel zur Definition von Hard und Soft Skills finden Sie hier.

 

 

Rechtschreibfehler in Bewerbungsunterlagen

Rechtschreibfehler in Bewerbungsunterlagen vermeiden – wie wichtig ist das?

Eine aktuelle Studie unter 260 deutschen Unternehmen hat ergeben, dass viele Recruiter ein besonderes Augenmerk auf korrekte Rechtschreibung liegen.

Bei einem Drittel der Personalverantwortlichen erhält ein Bewerber mit mehr als einem Fehler in der Bewerbung bereits eine Absage. Insbesondere beim Namen oder der Firmenadresse werden Fehler als absolutes No-Go Kriterium gewertet.

Etwas größer ist die Toleranz gegenüber Rechtschreibfehlern in Lebensläufen. Immerhin 71 Prozent der Personaler geben an, maximal zwei Fehler – bei einem ansonsten passenden Kandidaten – in Kauf zu nehmen.

So schlimm ist es nicht

Es wird allerdings nicht immer so heiß gegessen wie gekocht wird. Nicht für jedes Jobprofil ist es unbedingt notwendig absolut fehlerfrei und grammatikalisch richtig schreiben zu können. In manchen Branchen kann man es sich mangels geeigneter Bewerber auch nicht leisten, interessante Kanditaten in Bausch und Bogen auszusieben.

Die Studie kann daher nur jene Jobprofile betreffen, die hunderte Bewerber nach sich ziehen.

Sorgfalt kann nie schaden

Rechtschreibfehler oder Tippfehler können sehr leicht passieren und sollten rechtzeitig vor dem Versenden der Unterlagen entdeckt und eliminiert werden. Da man nie genau weiß, welche Personen die Bewerbungsunterlagen in den Händen halten werden, ist es wichtig darauf zu achten, dass nur fehlerfreie Unterlagen versendet werden um sich nicht ein Eigentor zu schießen.

Es ist selbst für Germanisten ratsam, den Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben von mehreren Personen Korrektur lesen zu lassen, denn viele Augen sehen einfach mehr und entdecken auch inhaltliche Fehler.

Im Zweifelsfall kann man auch auf professionelle Lektoren zurückgreifen, wovon es im Internet nur so wimmelt.
Bei einem zweiseitigen Lebenslauf ist man mit 10 bis 20 Euro schon dabei.

Eine Investition, die sich in Anbetracht des neuen Jobs höchstwahrscheinlich sehr schnell amortisiert.

Sind Tippfehler unwichtig?

Tippfehler werden oft als Schlampigkeit gewertet, da sich offenbar niemand die Mühe gemacht hat den Text Korrektur zu lesen.
Viele Recruiter sind der Meinung: Wer sich aber schon bei der Bewerbung keine Mühe gibt, der wird sich auch im Job nicht besonders viel Mühe geben.

Daher sind Tippfehler bzw. Schlampigkeitsfehler in der Regel genauso schwerwiegend wie Rechtschreibfehler oder Grammatikfehler, auch wenn das eigentliche Wort zweifelsfrei zu erkennen ist.

Was kann man bei Rechtschreibschwäche tun?

Sollte man aus bestimmten Gründen tatsächlich eine Rechtschreibschwäche haben wie zum Beispiel bei Legasthenie oder falls man Deutsch als Fremdsprache spricht, dann muss auf jeden Fall rechtzeitig und deutlich im Bewerbungsschreiben auf diesen Umstand hingewiesen werden.
Sofern eine korrekte Rechtschreibung für das Jobprofil nicht zwingend erforderlich ist, kann durch den rechtzeitigen Hinweis in vielen Fällen über Schreibfehler hinweggesehen werden.

Es ist keine gute Idee sich darauf zu verlassen, dass der Leser bei der Durchsicht des Lebenslaufes anhand des Herkunft, der Schulbildung oder der Sprachkenntnisse den Umstand der Rechtschreibschwäche selbst erkennen wird.

Es ist wesentlich besser, wenn man seine Schwächen selbst plausibel erklärt und vielleicht durch andere Stärken kompensieren kann.

Aus einem Nachteil einen Vorteil machen

Wer zum Beispiel Deutsch nur gut sprechen kann, hat vielleicht durch eine andere Muttersprache den Vorteil eine zusätzliche Kunden Zielgruppe ansprechen zu können. Speziell im Verkauf ist es möglich, sich dadurch gegenüber anderen Bewerbern einen Vorteil zu verschaffen.
Ein Vorteil, auf den man aber besonders hinweisen sollte.

Wie wichtig ist eine korrekte Rechtschreibung im Bewerbungsprozess tatsächlich?

Wie immer bestimmen Angebot und Nachfrage die Spielregeln.

Wer sich in einem Ballungsraum bei einem großen und bekannten Unternehmen um einen Job bewirbt, der vom Anforderungsprofil für viele Leute infrage kommt, der sollte sich in der Flut der Bewerbungen nicht frühzeitig durch fehlerhafte Bewerbungsunterlagen aus dem Rennen zu nehmen.

Wer über ganz spezielles und gesuchtes Know-how verfügt, welches so gut wie nie zu finden ist, der kann seine Bewerbung mit zahlreichen Rechtschreibfehlern auch auf eine Serviette schreiben und wird wahrscheinlich trotzdem zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Fazit

Um sich nicht gegenüber den Mitbewerbern in eine nachteilige Position zu bringen, ist es wichtig den Fehlerteufel ernst zu nehmen und die Bewerbungsunterlagen immer wieder auf Fehler zu überprüfen!