Bewerten Sie Ihre Skills mit Objektivität

Die Bewertung der eigenen Skills ist eine Herausforderung, bei der vielen Leuten buchstäblich die Pferde durchgehen. In keinem anderen Bereich wird so viel übertrieben.

Bitte versuchen Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse objektiv und ehrlich zu bewerten, denn durchgängige Höchstbewertungen klingen unglaubwürdig und machen den Leser misstrauisch.

Fremdsprachen Kenntnisse im Lebenslauf bewerten

In der Kategorie „Hard Skills“ werden im Lebenslauf Ihr professionelles Know-how wie z.B. Fremdsprachen- Kenntnisse oder Software-Anwender Kenntnisse angegeben.

Die Einstufung bei Fremdsprachen ist durch den Europäischen Referenzrahmens in Niveaustufen von A1, A2, B1, B2, C1 und C2 eindeutig geregelt. Wer eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, kennt auch seine Niveaustufe.

Die Angabe „Muttersprache“ lässt keine andere Interpretation als „perfekte mündliche Kenntnisse“ zu. Dass muss aber nicht gleichzeitig „perfekte Rechtschreibkenntnisse“ bedeuten.

Profi Tipp: Geben Sie bei Niveau „Muttersprache“ daher immer „in Wort und Schrift“ an, falls das auf Ihre tatsächlichen Kenntnisse zutrifft.

Hohes Interesse erzeugt das sehr gerne verwendete Wort „Verhandlungssicher“.
Verhandeln bedeutet den Gesprächspartnern nicht nur zu verstehen, sondern auch korrekt zu deuten.

Bei Verhandlungen zählt nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch wie es gesagt wurde. Wer Verhandlungssicher angibt, muss diese feinen Nuancen kennen und in der Fremdsprache sattelfest kommunizieren können!

Fremdsprachen die man früher gelernt hat aber nicht mehr entsprechend der Niveaustufe beherrscht, sollten nicht angeführt werden. Man würde bei jedem kleinen Test scheitern und sich gleichzeitig der Frage aussetzen, wieso man die Sprachkenntnisse nicht gepflegt hat.

Profi Tipp: Bleiben Sie bei den Sprachkenntnissen realistisch und übertreiben Sie nicht.
Falls eine bestimmte Sprache für Ihren neuen Job absolut notwendig ist, werden Ihre Kenntnisse sehr wahrscheinlich zusätzlich geprüft.

 

Minenfeld Software-Kenntnisse im Lebenslauf

Lebenslauf Vorlage Anton im Profi Design

Lebenslauf Vorlage Anton erste Seite

Führen Sie in Ihrem Lebenslauf nur jene Softwarebezeichnungen inklusive Versionsnummer an, die Sie tatsächlich verwendet haben und auch beherrschen. Lange zurückliegende Software-Produkte oder Versionen, die schon längst vom Markt genommen wurden machen nur dann Sinn, wenn in der Job-Anzeige extra darauf hingewiesen wurde. Auch eine Versions-Historie ist im Lebenslauf in der Regel unnötig.

 

Bei den Software Anwender-Kenntnissen beurteilen sich manche Bewerber viel zu hoch, weil sie den gesamten Funktionsumfang der Software nicht kennen.

Auch bei sehr gängigen Softwarelösungen wie MS-Office werden regelmäßig die höchsten Niveaustufen angegeben.

Profi-Tipp: Die höchste Niveaustufe bedeutet aber, dass man zum Beispiel in Excel mit Pivot-Tabellen umgehen kann, unterschiedliche Daten aus verschiedensten Datenquellen importieren-, formatieren und automatisch verarbeiten kann und für wiederkehrende Aufgaben selbst programmierte Makros einsetzt.

Wenn die genannten Begriffe weitgehend unbekannt sind, entsteht der Eindruck, dass der Bewerber wenig Ahnung hat oder im Zweifelsfall übertreibt oder lügt.

Bewerten Sie daher Ihre Hard-Skills nur dann mit der Höchstpunktezahl, wenn Sie sicher sind, dass Sie auch bei Detailfragen bestehen können.

Für verschiedenen Niveaustufen gibt es keine offizielle Einordung. Folgende Einstufungen sind aber gängig:

Einsteiger – Grundkenntnisse und fallweise Anwendung der Software

Fortgeschritten – Gute Kenntnisse und regelmäßige Anwendung der Software

Experte – Sehr gute Kenntnisse und hauptsächliche Anwendung der Software

Administrator und/oder Superuser: Ausgezeichnete Kenntnisse und verantwortlich für den Betrieb der Software

Die Niveaustufe „Superuser“ gilt für jene Personen, die aufgrund ihrer Erfahrung und besonderen Detailkenntnisse für alle Mitarbeiter im Unternehmen als Anlaufstelle bei schwierigen Aufgabenstellungen und komplizierten Problemlösungen zur Verfügung stehen.

Führen Sie zusätzlich zu den Hard-Skills alle erworbenen Kurse, Trainings und Zertifikate als Beleg Ihrer Kenntnisse an.

 

Eigene Soft-Skills im Lebenslauf bewerten

Bei den Soft-Skills bzw. persönlichen Eigenschaften gilt ebenso die Vorsicht vor Übertreibungen.

Profi-Tipp: Die Soft-Skills im Lebenslauf sollten unbedingt für jede einzelne Bewerbung sorgfältig angepasst werden.
Überlegen Sie welche Eigenschaften für den zukünftigen Job vorausgesetzt werden oder von Vorteil sind und ergänzen Sie die Aufzählung um allgemeine, positive Eigenschaften.

Vorsicht: Auch wenn viele Eigenschaften nur mit einem hohen Maß an Selbstreflexion zu beurteilen sind, so ist eine durchgängige Höchstpunktezahl nicht sehr glaubwürdig.

Professionelle Lebenslauf Vorlage "Maria", erste und zweite Seite des Lebenslauf DesignWie wirkt jemand auf Sie, der sich bei Soft Skills wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Teamgeist, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw… jeweils mit der Höchstpunktezahl bewertet?

Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie zu jeder Eigenschaft ein Beispiel nennen können, wenn Sie später im Bewerbungsgespräch danach gefragt werden.

Profi Tipp: Bewerten Sie in paar Ihrer Soft Skills etwas geringer und überlegen Sie sich eine schlüssige Begründung, wieso Sie sich nicht mit der vollen Punktezahl bewertet haben.

Eine überlegte und ausgewogene Soft-Skills Bewertung wirkt authentisch und macht Sie sympathisch und glaubwürdig!

Bei folgenden Soft-Skills bzw. Eigenschaften sind hohe Bewertungen sinnvoll:

Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Motivation, Interesse, Umsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw.

Die Soft-Skills können völlig frei ausgewählt werden. Wie schon erwähnt macht es daher Sinn, die Aufzählung für jede einzelne Bewerbung anzupassen.

Nachfolgend eine Liste von Eigenschaften, bei denen man argumentieren kann, wieso man sich nicht mit der Höchstpunktezahl bewertet und trotzdem sehr wahrscheinlich nicht aus dem Bewerbungsprozess hinausfällt.

Kommunikationstalent, Kreativität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Social Media Know-how, Organisationstalent, Kompromissbereitschaft, Überzeugungskraft, Stressresistenz, Geduld, analytisches Denkvermögen, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfreude, Urteilsvermögen… usw.

Abschließend nochmals der Ratschlag bei den Skills unbedingt objektiv zu bleiben und nicht einen „übermenschlichen“ Eindruck zu hinterlassen.

 

 

Portrait of young smiling businesswoman looking at camera

Bitte beachten Sie, dass alle Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn und Ihrer Ausbildung enthalten sind. Jeder einzelne Eintrag benötigt eine Angabe mit einer Zeitspanne „von – bis“ und dem entsprechenden Monat und der Jahreszahl. Sortieren Sie alle Einträge chronologisch absteigend, also beginnend mit dem aktuellsten Eintrag in absteigender Reihenfolge.

Lücken im Lebenslauf

Eventuelle Lücken brauchen nicht extra dokumentiert zu werden, außer es handelt sich um geplante Unterbrechungen, wie zum Beispiel einen Au-pair Aufenthalt, ein Sabbatical oder die Pflege von Familienangehörigen usw, usw, …

Bereiten Sie sich für alle Lücken jeweils eine passende Antwort im Kopf vor, falls Sie bei einem Vorstellungsgespräch danach gefragt werden. Einen völlig lückenlosen Lebenslauf erwartet heute niemand mehr, aber schlüssige Antworten sollten Sie bei Rückfragen immer parat haben.

 

Tipp für die Überholspur

Beschreiben Sie Ihre einzelnen beruflichen Stationen inklusive Aufgabengebiete und Zielvorgaben, welche Sie direkt oder gemeinsam im Team erreichen konnten. Dadurch kann sich der Leser ein besseres Bild von Ihrer Berufserfahrung machen und lernt Sie gleichzeitig als zielorientierte Persönlichkeit kennen.

Viele Bewerber/innen verspielen  Ihre Chancen an dieser Stelle, indem sie die vergangenen Tätigkeiten oberflächlich und lustlos aufzählen und darauf verzichten, ihre Erfolge zu kommunizieren.