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Gemeinsam mit einem richtig guten Bewerbungsschreiben ist ein überzeugender Lebenslauf die wichtigste Voraussetzung, um sich gegenüber den anderen Bewerber/innen durchsetzen zu können.

Auch wenn man im persönlichen Gespräch seine Stärken ausspielen kann, entscheiden die Bewerbungsunterlagen darüber, ob man zum Vorstellungsgespräch bzw. Job-Interview eingeladen wird.

Entsprechend wichtig ist die optimale Gestaltung der Unterlagen.

Der Lebenslauf muss das in der Interesse an der Bewerbung wecken, sonst scheidet man bereits sehr früh aus.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich der tabellarische Lebenslauf gegenüber dem funktionalen Lebenslauf durchgesetzt.

Das bedeutet, dass ein tabellarischer Lebenslauf von den Bewerbern erwartet wird, ohne diese Tatsache explizit zu erwähnen.

Tabellarischer Lebenslauf Eigenschaften

Der große Vorteil des tabellarischen Lebenslauf ist in erster Line die übersichtliche Gliederung der einzelnen Lebenslauf-Elemente und Aufzählungen.

Es werden in der Regel aber nicht wie sonst bei Tabellen üblich, sichtbare Ränder oder Zellen angeführt, sondern die Tabellen und Zellen werden ohne sichtbaren Rahmen gestaltet.

Beim tabellarischen Lebenslauf hat sich in den letzten Jahren die umgekehrt chronologische Aufzählung der einzelnen Angaben durchgesetzt.

 

Durch die tabellarische Darstellung kann mit gut durchdachten Gliederungen, Einrückungen und Absätzen ein besonders übersichtlicher und leicht lesbarer Lebenslauf gestaltet werden.

 

Dass heißt, es wird mit den jüngsten bzw. aktuellsten Daten begonnen und rückwärts chronologisch bis zur am längsten zurückliegenden Information vorgegangen.

Dadurch wird erreicht, dass alle aktuellen Informationen zum beruflichen Werdegang und zur Ausbildung bereits am Anfang des tabellarischen Lebenslaufs stehen und schnell gefunden werden können.

Einige unserer erfolgreichsten Lebenslauf Muster Vorlagen (link) stellen wir auf unserer Webseite als Download zur Verfügung.

Tabellarischer Lebenslauf Chancen und Risiken

Ansicht der Lebenslauf Vorlage Anton

Lebenslauf Vorlage Anton, Ansicht der ersten Seite

Eine sehr übersichtliche Darstellung und Gliederung im Lebenslauf bietet die einmalige Chance, sich bereits in der frühen Bewerbungsphase als gewissenhafter und genauer Mitarbeiter zu präsentieren.

Dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen, denn der erste Eindruck entsteht beim betrachten des Lebenslaufs in wenigen Sekundenbruchteilen im Unterbewusstsein des Lesers und kann nicht unterdrückt oder verhindert werden!

Wer zu diesem frühen Zeitpunkt – noch bevor der Inhalt des Lebenslaufes überhaupt gelesen wird – einen unbewussten, positiven Eindruck erweckt, kann sich schon sehr früh im Bewerbungsprozess von vielen Mitbewerbern besonders abheben und positiv unterscheiden.

Die chronologische Aufzählung birgt aber auch das Risiko, dass eventuelle Lücken rasch erkannt werden.

Aus diesem Grund ist sinnvoll, im  →beruflichen Werdegang größere Lücken explizit zu erwähnen und spätestens im Vorstellungsgespräch nachvollziehbar und erschöpfend erklären zu können.

Aktuelle Varianten des tabellarischen Lebenslauf

Ein aktueller Trend sind tabellarische Lebensläufe mit zwei oder drei Spalten, da bei dieser Darstellung wesentlich mehr Informationen auf einer A4 Seite untergebracht werden können, als bei einem einspaltigen Layout.

Bei einem zweispaltigen, tabellarischen Lebenslauf ist es möglich, die aktuellsten Informationen bereits auf der ersten Seiten übersichtlich zu präsentieren.

Ein professioneller Lebenslauf sollte daher unbedingt ein zweispaltiges Layout aufweisen.

Tabellarischer Lebenslauf mit zwei Spalten

Tabellarischer Lebenslauf mit zwei Spalten

Neben den Angaben zu den beruflichen Stationen und zur Ausbildung, rücken immer stärker die →Professional Skills und Soft Skills (Link) in den Vordergrund. Durch die Soft Skills hat der Bewerber die Möglichkeit, seine Persönlichkeit und Stärken zu präsentieren und hervorzuheben.

Natürlich sind Soft-Skills nicht leicht überprüfbar, aber Sie geben den Recruiter die Gelegenheit nachzufragen, um den Kandidaten besser kennen zu lernen.

 

Die Bewertung der Soft Skills sollte unbedingt objektiv und im Idealfall von einer befreundeten Personen vorgenommen werden, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Zu viele, zu hohe Bewertungen machen misstrauisch und führen zu Nachfragen. Weniger ist mehr, um authentisch und glaubwürdig zu bleiben.

Zusammenfassung tabellarischer Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf hat sich im Deutschland, Österreich und in der Schweiz durchgesetzt und wird als Bewerbungs-Standard von den Recruitern und Arbeitgebern vorausgesetzt bzw. erwartet.

Der aktuelle Trend bei professionellen Lebensläufen führt in Richtung 2-Spalten tabellarischer Lebenslauf, um bei umgekehrt chronologischer Reihenfolge die aktuellsten und wichtigsten Informationen bereits auf der ersten Seite des Lebenslauf an oberster Stelle des beruflichen Werdegang anzuführen.

 

Bewerten Sie Ihre Hard Skills und Soft Skills objektiv

Neben dem beruflichen Werdegang sind die Hard Skills und Soft Skills bzw. die beruflichen und sozialen Fähigkeiten und Eigenschaften die wichtigsten Angaben, die in keinem professionellen Lebenslauf fehlen sollten.

Die eigene Bewertung der persönlichen Skills ist eine Herausforderung, bei der vielen Leuten buchstäblich die Pferde durchgehen.
In keinem anderen Bereich der Bewerbungsunterlagen wird so viel übertrieben und gelogen!

Bitte versuchen Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse unbedingt objektiv und ehrlich zu bewerten, denn durchgängige Höchstwertungen klingen unglaubwürdig und machen den Leser misstrauisch. Es ist seltsam, wenn sich ein perfekter Supermann bzw. Supergirl für einen normalen Job bewirbt.

Außerdem setzen Sie sich der Gefahr aus, dass Sie für alle Höchstwertungen Beispiele aus Ihren früheren Jobs nennen müssen.

Fremdsprachen Kenntnisse im Lebenslauf bewerten

In der Kategorie „Hard Skills“ werden im Lebenslauf Ihr professionelles Know-how wie z.B. Fremdsprachen- Kenntnisse oder Software-Anwender Kenntnisse angegeben.

Die Einstufung bei Fremdsprachen ist durch den Europäischen Referenzrahmen in Niveaustufen von A1, A2, B1, B2, C1 und C2 eindeutig geregelt. Wer eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, kennt auch seine Niveaustufe im Referenzrahmen.

Lebenslauf Detailansicht der Hard und Soft Skills

Lebenslauf Detailansicht der Hard und Soft Skills

 

Die Angabe „Muttersprache“ lässt keine andere Interpretation als „perfekte mündliche Kenntnisse“ zu. Dass muss aber nicht gleichzeitig „perfekte Rechtschreibkenntnisse“ bedeuten.

Profi Tipp: Geben Sie bei Niveau „Muttersprache“ daher immer „in Wort und Schrift“ an, falls das auf Ihre tatsächlichen Kenntnisse zutrifft.

Hohes Interesse erzeugt das sehr, sehr oft verwendete Wort „verhandlungssicher“.
Verhandeln bedeutet den Gesprächspartnern nicht nur zu verstehen, sondern auch korrekt zu deuten.

Bei Verhandlungen zählt nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch wie es gesagt wurde.

Wer „verhandlungssicher“ angibt, muss diese feinen Nuancen kennen und in der Fremdsprache sattelfest kommunizieren können!

Fremdsprachen die man früher gelernt hat aber nicht mehr entsprechend der Niveaustufe beherrscht, sollten nicht angeführt werden. Man würde bei jedem kleinen Test scheitern und sich gleichzeitig der Frage aussetzen, wieso man die Sprachkenntnisse nicht gepflegt hat.

Profi Tipp: Bleiben Sie bei den Sprachkenntnissen realistisch und übertreiben Sie nicht.
Falls eine bestimmte Sprache für Ihren neuen Job absolut notwendig ist, werden Ihre Kenntnisse sehr wahrscheinlich zusätzlich geprüft.

Minenfeld Knowhow Software-Kenntnisse

Ansicht Lebenslauf Vorlage mit Hard und Soft Skills

Ansicht Lebenslauf Vorlage Anton mit Hard Skills im Footer

Führen Sie in Ihrem Lebenslauf nur jene Softwarebezeichnungen inklusive Versionsnummer an, die Sie tatsächlich regelmäßig verwendet haben und auch gut beherrschen.

Lange zurückliegende Software-Produkte oder alte Versionen, die schon längst vom Markt genommen wurden machen in der Aufzählung nur dann Sinn, wenn in der Job-Anzeige extra darauf hingewiesen wurde.

Auch eine Versions-Historie welche Versionen Sie wann verwendet haben, ist im Lebenslauf unnötig.
Niemand interessiert sich heute zum Beispiel für Kenntnisse von Word95,

Bei den Software Anwender-Kenntnissen beurteilen sich ein Großteil der Bewerber viel zu hoch, weil sie den gesamten Funktionsumfang der Software nicht kennen.

Auch bei sehr gängigen Softwarelösungen wie MS-Office werden von den Kandidaten regelmäßig die höchsten Bewertungsstufen angegeben.

Profi-Tipp: Die höchste Bewertungsstufe bedeutet, dass man zum Beispiel in Excel Folgendes beherrscht:

  • Sicherer Umgang mit Pivot-Tabellen
  • unterschiedliche Daten aus verschiedensten Datenquellen importieren-, formatieren und automatisch verarbeiten
  • für wiederkehrende Aufgaben selbst programmierte Makros einsetzen.

Falls die genannten Begriffe im Zusammenhang mit Excel weitgehend unbekannt sind, entsteht der Eindruck, dass der Bewerber wenig Ahnung hat oder im Zweifelsfall übertreibt oder die Unwahrheit sagt.

Bewerten Sie daher Ihre Hard-Skills nur dann mit der Höchstwertung, wenn Sie sicher sind, dass Sie auch bei Detailfragen bestehen können.

Für die verschiedenen Niveaustufen bei der Anwendung von Software gibt es keine offizielle Einordung.

Folgende Einstufungen sind aber gängig:

  • Einsteiger – Grundkenntnisse und fallweise Anwendung der Software
  • Fortgeschritten – Gute Kenntnisse und regelmäßige Anwendung der Software
  • Experte – Sehr gute Kenntnisse und hauptsächliche Anwendung der Software
  • Administrator und/oder Superuser: Ausgezeichnete Kenntnisse und verantwortlich für den Betrieb der Software

Die Niveaustufe „Superuser“ gilt für jene Personen, die aufgrund ihrer Erfahrung und besonderen Detailkenntnisse für alle Mitarbeiter im Unternehmen als Anlaufstelle bei schwierigen Aufgabenstellungen und komplizierten Problemlösungen zur Verfügung stehen.

Führen Sie zusätzlich zu den Hard-Skills alle erworbenen Kurse, Trainings und Zertifikate als Beleg Ihrer Kenntnisse an.

Die Soft-Skills selbst bewerten

Bei den Soft-Skills bzw. persönlichen Eigenschaften gilt ebenso die Vorsicht vor Übertreibungen.

Profi-Tipp: Die Hard und Soft Skills im Lebenslauf sollten unbedingt für jede einzelne Bewerbung sorgfältig angepasst werden!

Überlegen Sie welche Eigenschaften für den zukünftigen Job vorausgesetzt werden oder von Vorteil sind und ergänzen Sie die Aufzählung um allgemeine, positive Eigenschaften.

Vorsicht: Auch wenn viele Eigenschaften nur mit einem hohen Maß an Selbstreflexion zu beurteilen sind, so ist eine durchgängige Höchstwertung nicht sehr glaubwürdig.

Professionelle Lebenslauf Vorlage "Maria", erste und zweite Seite des Lebenslauf DesignWie wirkt jemand auf Sie, der sich bei Soft Skills wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Teamgeist, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw… jeweils mit der Höchstwertung beschreibt?

Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie zu jeder Eigenschaft ein Beispiel nennen können, wenn Sie später im Bewerbungsgespräch danach gefragt werden.

Profi Tipp: Bewerten Sie in paar Ihrer Soft Skills etwas geringer und überlegen Sie sich eine schlüssige Begründung, wieso Sie sich nicht mit der vollen Punktezahl bewertet haben.

Eine überlegte und ausgewogene Soft-Skills Bewertung wirkt authentisch und macht Sie sympathisch und glaubwürdig!

Bei folgenden Soft-Skills bzw. Eigenschaften sind hohe Bewertungen sinnvoll:

Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Motivation, Interesse, Umsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Genauigkeit, Empathie, Ausdauer, unternehmerisches Denken, Einsatzbereitschaft usw.

Die Soft-Skills können völlig frei ausgewählt werden. Wie schon erwähnt macht es daher Sinn, die Aufzählung für jede einzelne Bewerbung anzupassen.

Nachfolgend eine Liste von Eigenschaften, bei denen man argumentieren kann, wieso man sich nicht mit der Höchstpunktezahl bewertet und trotzdem sehr wahrscheinlich nicht aus dem Bewerbungsprozess hinausfällt.

Kommunikationstalent, Kreativität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Social Media Know-how, Organisationstalent, Kompromissbereitschaft, Überzeugungskraft, Stressresistenz, Geduld, analytisches Denkvermögen, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfreude, Urteilsvermögen… usw.

Abschließend nochmals der Ratschlag bei den Skills unbedingt objektiv zu bleiben und nicht einen „übermenschlichen“ Eindruck zu hinterlassen.

In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, im Bewerbungsschreiben auf ein paar Hard und Soft Skills hinzuweisen.

Einen interessanten Artikel zur Definition von Hard und Soft Skills finden Sie hier.